Sojorner Map

Sojorner Map
Unsere Route

Mittwoch, 12. Mai 2010

Rwanda

Wir sind nicht lange in Rwanda. Es werden maximal sieben Tage werden. Fuer einen laengeren Aufenthalt haette Juergen um ein Visum 'ansuchen' muessen, das wussten wir leider nicht. Deutsche brauchen kein Visum und es hiess fuer andere Nationalitaeten gibts eins direkt an der Grenze, das war leider nicht so. So sind es sieben Tage, die aber reichen sollten, Gorillas haben wir ja schon gesehen.

Rwanda erstaunt uns. Es ist das sauberste, ordentlichste und zumindest von den Gebaeuden her das entwickeltste Land, das wir bisher in Afrika (ok, erst das dritte Land ;-)) besucht haben. Und das geordnetste.

Da hat aber jemand ein ziemlich schlechtes Gewissen. Zu Recht.
Alle haben 1994 trotz Berichten und detaillierten UN internen Vorwarnungen zugeguckt, als 1. Mio. Menschen umgebracht wurden.
Was man heute hier so sieht ist kaum zu glauben, nach nur 15 Jahren 'friedlichem' Zusammenleben zwischen 'Tutsi' und 'Hutu'. Es ist im uebrigen kein ethnisches Problem in dem Sinn gewesen - ein Stamm gegen den anderen - sondern vielmehr politisch motivierter Hass und entwickelte Ungerechtigkeit zwischen arm gegen reich. Tutsi waren die mit mehr als zehn Kühen, Hutus die mit weniger. Das funktionierte gut, jeder konnte zum Tutsi werden und wenns nicht so gut lief, jeder zum Hutu. Den Rassismus haben die Kolonialmaechte eingefuehrt - hier Belgien. Der wurde dann in der Gesellschaft weiter gepusht, bis die gezuechtete Ungerechtigkeit ueberlief, die Belgier das Camp von Tutsibefuerwortern zu den ueberzaehligen Hutus wechselte und das im Genozid endete. Hatten wir so von der Berichterstattung nicht mehr genau im Kopf, sicher auch gut im Internet recherchierbar. Es war wie auch immer eines der schlimmsten Ereignisse der letzten Jahrzehnte und unvorstellbar, was hier im Land passiert ist. Das Kigali Memorial Center gibt einen guten und erschuetternden Ueberblick. Die weiteren Gedenkstaetten wie die in Gikongoro weiter im Sueden, in der wir die aus den Massengraebern exhumierten und aus gepudertem Kalk erhaltenen Koerper betrachten, lassen erahnen, was Grausames passiert ist.

Umso erstaunlicher ist, wie sich das Land entwickelt hat. Es ist, als wuerden so um 1960 herum Deutsche und Juden friedlich und vernuenftig zusammenleben, ihren Geschaeften nachgehen.

Wie das hier funktioniert, kann uns keiner so recht erklaeren. Dazu muss man wahrscheinlich Rwander (die Regierung ist sehr bemueht den Begriff zu etablieren) sein. In Gikongoro haben wir eine sehr private Fuehrung des 30jaehrigen Managers, der uns sehr persoenliche Eindruecke der Zeit vor 15 Jahren und des heutigen Zusammenlebens gibt. Letzteres ist sehr schwierig, fuer beide Seiten. Ihm selbst ist es zum Beispiel untersagt, das Memorial in seiner Heimatstadt (in der er damals ueberlebt hat und noch heute alle Leute kennt) zu leiten, weil befuerchtet wird, dass neuer Hass aufkommt und verbreitet werden koennte. In den Schulen oder besser nach der 10. Klasse hat jeder ein zweimonatiges `solidarity camp´ zu absolvieren, in dem Toleranz und `Rwander sein´ gelehrt wird. Seitens der Regierung wird so viel in diese Richtung getan, dass Rwanda und die Rwander manchmal fast steril rueberkommen.

Die Angeklagten- es sind ueber 100.000- werden groesstenteils mittels Dorfgericht verurteilt. Das ist dann eine direkte Konfrontation von Taetern und Opfern bzw. Hinterbliebenen. Und taeglich kann man in den Zeitungen ueber Gerichtsurteile und Faelle lesen. Oft sieht man die in rosa gekleideten Gefangenen bei Sozialarbeit in den Staedten. Es ist ein komisches Gefuehl, wenn man an den Jungs vorbeigeht, wenn sie beim Baumfaellen ihre Macheten  schwingen...

080520103813.jpg Das Hotel Milles Collins, besser bekannt unter dem Namen Hotel Rwanda. (Leute baden heute wieder im Pool...)

So sehr das Land auch jetzt noch leidet, viel westliches Geld hat zu einer beachtlichen Entwicklung gefuehrt. So beachtlich, dass es in Kigali westliche Preise und Standards gibt.
Wie sowas markttechnisch funktioniert, ist uns ein Raetsel. Das Land ist aehnlich arm wie der Rest Ostafrikas und trotzdem kostet die Banane an der Strasse das Dreifache!? Bitten um Erklaerung!
Wie sich das die Leute bei durchschnittlich 315 USD jaehrlichem Pro-Kopf Einkommen und durchschnittlich 5,5 Kindern leisten koennen, auch unklar.

080520103810.jpg Der erste Springbrunnen mit Wasser, den wir in Afrika sehen, dahinter das Hotel 'Des Mille Collines'.

Kigali ist mit ca. 1 Mio Einwohnern die groesste Stadt Rwandas, der Rest lebt in Provinzstaedten, der Grossteil auf dem Land. Richtige Jobs gibt es kaum und wenn, sind sie nicht gut bezahlt. Die `Normalsterblichen´ ueberleben dank Arbeit auf ihren eigenen Feldern, anders geht es kaum.

Und entsprechend sieht das `Land of a thousand hills´ aus. Die huegelige Landschaft ist wirklich beeindruckend und den aeltesten Regenwald der Welt rund um Nyungwe gibt es noch, aber das Land ist abgeholzt, besteht aus Feldern und bewirtschafteten Terrassen fuer die immer groesser werdende Bevoelkerung, die sich schon heute mit 10 Millionen auf knappen 26 Quadratkilometern in dem am dichtesten besiedelten ruralen Gebiet der Erde bewegt.

Nach zwei Tagen Kigali zieht es uns wieder aufs Land, grosse Staedte sind nicht mehr so unseres.
Wir fahren in den Sueden in die alte Hauptstadt Huye (Butare) und in den Nationalpark Nyungwe.

Der geplante Parkaufenthalt klappt nicht so wie gedacht. Leider weiss niemand so genau wo der Parkeingang ist und so fahren wir - auch mangels Beschilderung- zwei Mal mit dem Bus dran vorbei...ohne Auto ist es in der Tat etwas schwierig hier und was sollen wir sagen, die Leute hier wissen es auch nicht.

Die Fahrten durch den Regenwald sind aber trotzdem schoen und so haben wir auch Lake Kivu an der Grenze zum Kongo gesehen.

100520103818.jpg Lake Kivu und Kamembe

Mittwoch, 5. Mai 2010

Gorillas

Wir duesen weiter in den aeussersten Suedwesten Ugandas unweit der Grenze zu Rwanda und dem Kongo. Hier findet man noch die letzten Zufluchtsorte unserer naechsten Verwandtschaft, der Berggorillas.

Zuvor machen wir die Umgebung unsicher. Laufen zum nahe gelegenen Mutanda See und auf diverse Gipfel.

Highlight sind aber die Gorillas!
Der Weg dahin ist anstrengend, um sechs Uhr morgens schwingen wir uns auf Motorraeder und holpern ueber schlechte Strassen durch die Nacht.
Das Gebiet im Bwindi Nationalpark, in dem sich die letzten Gorillas Ugandas befinden, besteht aus ein paar Huegeln, ringsum dicht besiedelt und bewirtschaftet. Es sieht irgendwie enttaeuschend klein aus. Es reicht aber zum Glueck fuer genug Lebensraum fuer ca. 300 Gorillas.

Mit Guide und zwei bewaffneten Rangern gehts los, wir haben Glueck, damit ist unsere Gruppe vollstaendig. Als wir uns ca. eine Stunde durchs Dickicht den Berg hinunter ins Tal gewuehlt haben, sehen wir weiter unten einen ersten schwarzen Schatten, der sich durchs Gebuesch schiebt, weiter drueben knacken die Baeume, da ist wohl jemand am Werk.
Als wir dahin gehen, wo wir kurz zuvor den Schatten gesehen haben, sitzt ploetzlich der erste Riese direkt vor uns. img_2232.JPG

Und gleich daneben liegt ein anderer riesen Brocken im Gras und guckt sich erstmal genau an, wer hier zu Besuch gekommen ist. img_2084.JPG
Wir verharren einige Minuten und beobachten die Zwei. Es wird gegessen, sich im Gras gewaelzt und geguckt. (Einer gaehnt, wirkt noch verschlafen, ist aber vollgefressen, fast so wie Juergen morgens).

Ein riesiges schwarzes Fellknaeuel bewegt sich durch die Grasbueschel. Direkt vorbei an uns. Von wegen sieben Meter Abstand, wie uns beim Briefing gesagt wurde. Das waren nicht mehr als sieben Zentimeter. Juergen geht grad noch so aus dem Weg, Mel auch. Sich klein machen und wegdrehen haben uns die Guides gesagt. Gemacht getan. Alles geht gut, es sollte genug Platz zum Passieren sein. Mel kriegt aber dennoch einen kraeftigen Hieb in den Ruecken. Uff! Schon mal von 'nem Gorilla begruesst worden? Der Guide grinst und meint nur: 'Sorry, he just wanted to say 'hello' and 'get out of my way.' Alles klar, verstanden. Wir gucken uns mit grossen Augen an und sind sprachlos. Die zwei Riesen trotten weiter, wir hinterher. Bis wir ploetzlich mitten in der ganzen Gruppe stehen. Es ist nur eine kleine Gruppe von 18 Tieren. Zu sehen sind gerade zehn, Weibchen, drei Silverbacks, zwei Babies und weiterer Nachwuchs.

img_2183.JPG Der juengste Nachwuchs! Fuenf Monate alt.

img_2141.JPG Es wird gespielt...

img_2109.JPG  ... und geguckt!

050520103780.jpg Im wildesten Dschungel!

Es wird herumgetollt, die kleinen spielen, hangeln sich an Lianen entlang. Die Grossen essen, schlagen sich auf die Brust, prusten dabei. Der Nachwuchs rauft. Einmal wirds den Aelteren zu bunt und 200kg kommen den Berg herunter gejagt. Mit lautem Geschrei verschwinden zwei schwarze Fellknaeuel unter uns im Gebuesch.
Ein weiteres Maennchen kommt direkt auf uns zu und guckt etwas grummelnd und ziemlich herausvordernd in die Besuchergruppe. Ahh...was nun? Die Guides ruecken zusammen und geben ihm mit kleinen Handgesten zu verstehen, dass es hier nix zu tun gibt. Anscheinend ueberzeugt zieht er weiter.
Safari, das Alpha-Maennchen ist 28 und ein echter Silverback. Ein Riese. Dem hier zu begegnen ist wirklich atemberaubend. Stolz schreitet er durch seine Gruppe, als letzter haellt er alles zusammen und wuerdigt uns keines Blickes. Wir trauen uns kaum zu atmen (oder zu fotografieren :-/ ).

Wir bleiben insgesamt eine Stunde und beobachten. Bis alle zum Fluss gehen, nochmal zum Gruppenfoto posieren, bevor sie weiter in den Wald verschwinden. Ein letztes Mal zieht Safari an uns vorbei. img_2239.JPG

Es beginnt zu regnen und auch wir machen uns auf den Weg nach Hause.
Es ist mit das Beste, was wir bisher so in freier Natur gemacht haben und ein unvergessliches Erlebnis <:-)  img_2088.JPG

Samstag, 1. Mai 2010

Abenteuer Afrika

Wir liegen im Zelt. Das Zelt ist ein Neukauf fuer die weitere Reise durch Afrika. Zum einen sollte es das Wetter zulassen, zum anderen ist es die einzige Moeglichkeit halbwegs guenstig durch die Nationalparks zu kommen. Bei Unterkunftspreisen ab 30 Dollar pro Nacht und Eintrittspreisen von 30 Dollar pro Tag pro Nase koennen wir zumindest hier ein wenig einsparen. Also noch ein wenig mehr Abenteuer.

Melanie sorgt fuer Topf ausborgen, Wasser holen. Die Begleitung zurueck zum Zelt waere nicht noetig gewesen, die vergangenen Geschichten und die ueber die gefaehrlichen wilden Tiere hier draussen sind ziemlich spooky. Nach der 'Past-Time' (ab ca neun) muessen alle drinnen sein, draussen gibts wilde Tiere.
Juergen sorgt fuer Feuer. Super, es brennt, uff.

Oje, es ist schon dunkel als wir essen. Die naechste Pasta wird sicher besser, schmeckt mit viel Fantasie noch nach Nudel und Thunfisch.

Ui! Und dann schiebt sich eine richtig dicke gelbe Vollmondkugel hinter den Huegeln hervor. img_1789.JPG Noch nie gesehen!
So passt das grad mit ein wenig Abenteuer.
EIN WENIG BITTE!

Wir liegen im Zelt. Es ist jetzt halb zehn. So richtig schlafen koennen wir nicht, draussen ueberschreit sich die Natur und alles was so kreucht und fleucht pfeift (alle Arten von Voegeln), zirbt (Insekten und weitere Voegel), brummt (Gazellen oder Bueffel, wahrscheinlich), bellt (grosse Antilopen und Hyaenen?), quakt (Froesche!), quietscht (aeh, keine Ahnung was das ist, hoert sich aber nicht sehr gross an, koennte ein Schwein sein), summt (Muecken und Konsorten), grunst (Warzenschweine und Hippos), wiehert (!?!, es gibt keine Esel oder Pferde hier, also ...?), trompetet ( jaaaa, Elefanten - das schoenste Geraeusch hier ueberhaupt!) und bruellt (genau, die Loewen! Eieiei, der letzte war aber nah!). Das sind die Geraeusche, die wir zuordnen koennen. Die meisten koennen wir aber noch nicht mal beschreiben.

Es ist wie im Zoo, aber eben ohne Gitter. Das heisst, wir liegen in unserem schoenen neuen Dreimannzelt (aus Polyester) im Elefanten - Hippo - Loewen-Kaefig und das ist schon ein wenig unheimlich. Besonders wenn nachts eine Nase an der Zeltwand klebt und wir es tief ein- und ausatmen hoeren. Wobei Melanie schnarcht grad, oder tut nur so als ob. Vielleicht gar nicht so doof. Wir verzichten darauf, nachzusehen, was fuer ein Tier es ist.

Zelten ist kein Problem hier, aber so ganz allein weit und breit. Wir sind die Einzigen im weitlaeufigen Areal. Der einzige Tip des Parkwaechters war: Macht ein Feuer und ansonsten im Zelt bleiben! Daraufhin ist er abgeduest mit den Worten: 'I am sick and need to see the doctor, I have a little Malaria. Good Night!'
Ach ja, na dann. Gegen Stech- und Krabbelviehzeugs sind wir aber gut ausgestattet. Mel sprueht auch hier in der Wildnis das Zelt aus, besser is.
Wir hoffen alles andere geht gut und versuchen ein Auge zuzumachen... Gute Nacht, Miezekatzen!

Gut gebruellt Loewe! Guten Morgen Natur. Die Augen sind noch etwas klein. Wir sind verschlafen, aber es ist noch alles dran an uns. Mel ist sich aber sicher in der Nachbarschaft hat ein Schwein dran glauben muessen. 'Hast du das gehoert heute Nacht? ...Bruellen, quietschen, Ruhe...'.
Wir fruehstuecken auch. Die ersten Antilopen kommen aus dem Dickicht und die Warzenschweine grasen(!) knieend(!!) ums Zelt rum. 300420103739.jpg

Wir machen einen 'Gamedrive' (Sagen wir mal Fotosafari dazu) durch hier wirklich noch unberuehrte Natur. Jede Menge Elefanten wandern durchs Gebuesch und ueber die Steppe.
img_1886.JPG Einfach klasse, die Riesen!
img_1868.JPG Antilopen. Guckst Du!
img_1854.JPG Loewen liegen im Gras und jagen.
img_1860.JPG Ich sag doch Miezekatzen!
img_1898.JPG Die Bueffell haengen ab.
290420103732.jpg Da hinten die Efanten!

Es ist Afrika wie aus dem Bilderbuch. 300420103737.jpg

Freitag, 30. April 2010

Ein Tag im Leben eines Uganders

Er faehrt mit seinem Toyota Corolla einmal im Monat mit einem oder zwei Touristen aus der luxus Safari Lodge fuer drei Stunden durch den Queen Elisabeth Nationalpark. Er verdient dabei wahnwitzige 200 Dollar. Das wird bezahlt.
Den Rest der Zeit wird Billard gespielt.

Fragen?

Sonntag, 25. April 2010

Uganda - die Perle Afrikas

Was wissen wir ueber Uganda? Nicht viel. Eigentlich noch nicht mal wo es genau ist. Vielleicht noch, das es keine gute Idee ist, dahin zu reisen. Da gab es oder gibt es Revolution, Wilde, Diktatoren, Tote, Krankheiten...

Oh! Weit daneben. Uganda, die Perle Afrikas, so gruesst uns die Flugzeughangarbeschriftung.
Die Fahrt vom Flughafen Entebbe nach Kampala ist...anders, es geht durch gepflegte Gartenanlagen, vorbei an Golfplaetzen auf einer sehr guten Strasse durch saftiges Gruen, bis zum naechsten Bustaxistand. Auch da alles relativ sauber und geordnet.

Aber in der Tat, Uganda ist eine Bananenrepublik! Also, Politik mal aussen vor, dieses Land lebt von Bananen. Wir haben noch nie mehr gesehen.
Auf Transportern aller Art werden die gruenen Stauden durch die Gegend geschafft, besonders mit bis zu sieben Stauden beladene Fahrraeder sind ein interessanter Anblick. Gefahren wird dann nicht mehr, nur geschoben.

Die ersten Tage verbringen wir in der Hauptstadt Kampala. Es ist zum einen auch hier viel sauberer als in Aethiopien und nicht so arm, es gibt keine Bettler und Kinder haben besseres zu tun als nach Geld zu fragen. Zum anderen ist es aber die Stadt mit katastrophalsten Luftverschmutzung, die wir bisher erlebt haben. Die Luft dick, schwarz,  zum Durchschneiden. Einfach Wahnsinn.
Hier endet auch die Ordnung wieder. 240420103694.jpg Der Busbahnhof.

Kampala ist kein Kultur-Highlight. Das macht uns aber nichts, es ist dennoch angenehm und wir sind vor allem hier, um die naechsten Tage zu planen und insbesondere ein Gorilla Tracking Permit zu organisieren. Die sind schwer zu bekommen, zumindest in der Hauptsaison. Wir wollen in ca. zwei Wochen in einem der Nationalparks sein.
Als wir bei der Uganda Wildlife Association vorbeischauen, stellt sich heraus, alles ueberhaupt kein Problem. Wir koennen uns alles aussuchen. Welcher Tag, welcher Park, welche Gorillagruppe. Die Permits sind schnell gekauft und Dank den Tips von Wim bei Matoke Tours wirds hoffentlich richtig schoen, danke!

Das Gute der Nebensaison ist, es gibt kaum Touris, siehe Permits oben. Das Schlechte ist, das Wetter ist nicht so. Das merken wir in den Rwenzori Mountains.
Eigentlich war geplant, da rauf auf die 5.000 zu klettern, aber das Wetter laesst uns keine Chance. Kein Gipfel dieses Mal. Ein Kanadier, der gerade runter kommt gibt uns Recht. Es war zwar ein schoener Trip, aber sehr nass, nix zu sehen, Blizzard oben und kein Chance auf den Gipfel.
Wir machen einen bescheidenen zweitaegigen Community Trekk in die Berge, auch schoen.
Gruen, gruen, gruen, alles gruen hier!
010520103750.jpg Teefelder, gruen.
250420103700.jpg Busfahrt, gruen.
010520103752.jpg Berge, gruen.
270420103713.jpg Bananen, gruen.
280420103728.jpg Wuermer, rot. Wie bei uns. (Das Geld faellt leider auch hier nicht vom Himmel. Wollten nur zeigen wie verdammt gross das Ding ist.
Einfach nur ekelig, um eine weibliche Weltreisende Anfang Dreissig aus D zu zitieren.)

Montag, 19. April 2010

Afrika Aethiopien

Dann auch noch das! :-o
Die Eders kommen! ;-)


Juergens Eltern kommen zu Besuch und begleiten uns. Aethiopien wollten sie schon immer mal gesehen haben und nachdem unsere Route samt Terminen halbwegs feststand, konnte gebucht werden. Anfang April geht der Flug nach Addis.


Addis ist aber nur ein vier stuendiger Aufenthalt. Wir fliegen direkt weiter nach Bahir Dar.
050420103498.jpg Ankunft in Bahir Dar, Ethiopian Airlines machts moeglich.


Der Tana See und seine Monasteries sind das Ziel.
Die ersten Kontakte zu den Einheimischen werden waehrend eines kleinen Rundwegs 050420103515.jpg an den Nil-Wasserfaellen geknuepft. 050420103519.jpg. Es ist sehr afrikanisch hier. Klingt bloed, aber die Landschaft ist ganz anders (Bilderbuchafrika) und fasziniert uns alle. Das Gleiche gilt fuer die Menschen.


Wir wissen gar nicht was fuer ein Drama jahrhundertelang um die Quelle des Nils gemacht wurde. Ist doch ganz einfach. Der Tanasee ist es natuerlich, zzzz... 050420103504.jpg Das Rinnsal wird zum Blauen Nil, irgendwann und nur wenn nicht noch mehr Kraftwerke dazwischen pfuschen.


Die Monasteries sind eine Bootsreise wert. Der Jetlag ist aber auch ganz schoen heftig! 060420103524.jpg Immerhin eine Stunde aus Europa! Da wo der See endet und der Nil beginnt gibts Hippos und jede Menge Pelikane. Der erste Tag in Aethiopien am Tanasee geht zu Ende 060420103531.jpg.


Wir schlendern durch Bahir Dar und machen uns mit den ersten Kaffee Zeremonien vertraut. ('Wos duat de do, kau ma des scho trinken?') 050420103503.jpg


Mit dem Minibus geht es zwei Tage spaeter weiter nach Gondar, der alten Koenigsstadt.


Aehm, ja klar, bei den Strassen natuerlich inklusieve Reifenpanne. 070420103535.jpg Geht aber fix, nach 10 Minuten ruckzuck weiter.


In Gondar spazieren wir durch die Ruinen 070420103542.jpg und alte Palaeste 070420103541.jpg, wir fahren Tuk-Tuk (oder auch ´Dreiradl´;-)). 070420103546.jpg Zu viert, samt 'Bitte mal aussteigen, da vorne ist Polizei! - Nach der Kreuzung dann wieder einsteigen, danke!' Eder Senior war verwirrt.


Nicht zu vergessen die Kirchen und Kloester.


Hier die Deckenansicht mit 104 Mona Lisa-Engeln, sehr beruehmt und schoen anzusehen. 0704201035541.jpg


Nach Gondar geht es zum groessten Abenteuer unserer Reise: eine viertaegige Wanderung durch die Semien Mountains.


Vor uns erstreckt sich eine Canyan Landschaft, einfach einzigartig! Dazu noch Affen (Baboons) ueberall! 090420103565.jpg


090420103559.jpg Es ist erstaunlich gruen auf 3.000 Meter Hoehe.


Die Landschaft ist atemberaubend! 100420103575.jpg


100420103574.jpg


Wir zelten (fuer die neuen Abenteurer das erste Mal, sie haben sich sehr gut geschlagen) - 100420103577.jpg 'Wo isn mei zweite Hosn?' - und wenn wir nicht am zweiten Tag so richtig in stroemenden Regen ge- und patschnass angekommen waeren, unterkuehlt und etwas entkraeftet, haetten wir auch die letzten Tage noch richtig geniessen koennen.                                                                                                                                  

Berg heil! Imet Gogo (3.926 Meter) (Bild folgt!)

Am letzten Tag mussten aber einige doch aufs Pferd ausweichen 110420103583.jpg.


Halbwegs fit und erhohlt geht es weiter nach Axum, eine der aeltesten Staedte Aethiopiens. Bekannt fuer die Stelen aus der pre -Zeit. 130420103604.jpg Daemmerung


Hier steht auch die wichtigste Kirche Afrikas oder zumindest Aethiopiens - 130420103602.jpg St. Mary of Zion -, samt kleiner Kapelle am Rande 130420103597.jpg, in der sich, allen (Indiana Jones) Hollywood Abenteuern zum Trotz, die Bundeslade befindet (fuer alle nicht Bibelfesten - das ist der Behaelter, in dem die Original Tafel mit den Zehn Geboten aufbewahrt wird, die Moses auf dem Sinai von Gott erhalten hat). Kein Scherz, hier liegt sie. (Sehen kann sie zwar keiner, aber ist auch besser so, die Ansicht wuerde einen in Stuecke reissen! - siehe dann doch wieder Indiana Jones' Hollywood Version ;-) )


Axum Bilder:


Der Hauptplatz 130420103594.jpg


Im Gespraech 120420103591.jpg ('Oiso, hea zua. Des is a so...')


Dann der Hoehepunkt jeder Athiopien-Reise - die Felsenkirchen von Lalibela (und die erste richtig nette Unterkunft im Tukul Village. ´Na, heut Nachmittag mochma nix, wir haben so a schens Zimmer´).


Und in der Tat, es ist sehr beeindruckend, die Kirchen. Riesige Kirchen aus dem Fels gehauen. Klein, feine Kapellen, 150420103633.jpg (hier St. Georgis) Verzierungen, die die Jahrhunderte ueberdauert haben. 150420103635.jpgDas orthodoxe Christentum empfaengt uns mit offenen Beuteln, aeh offenen Armen - 160420103653.jpg Kreuzen, Gewaendern, Bildern und dicken Tuerschloessern.


Wir verbringen drei Tage hier und schoen langsam gewoehnen wir uns an die sehr trockenheisse laendliche Umgebung und Land und Leute - Es wird noch mit Ochsen gepfluegt, mit Eseln transportiert und mit der Hand gewebt, 160420103655.jpg. Nur die Fliegen und das Essen ...


Papas Top 10 Aethiopens Kueche:
10. Spaghetti mit Tomatensouce in Bahir Dar, Gondar, Axum, Lalibela, Addis Abeba
9. Frische Bananen am Tanasee in einem der Monasteries
8. Fertigkuchen von Ethiopian Airlines
7. Franzoesisches Croissant im Cafe in Bahir Dar
6. Pizza 'Nacoltana' in Gondar
5. French Toast am Flughafen von Gondar
4. Gebratene Bananen im Tukul Village Hotel in Lalibela ('Des Beste wos I bisher gessn hob!')
3. Tej Honig Wein in der wildesten Huette Lalibelas ('Wooah!')
2. St. George Beer, fast ueberall wenn sonst nix verfuegbar
1. Dashen Beer, ueberall wo geht!


Addis macht hier wenig Ausnahme, nur das Hotel ist besser (und der Garten des Hotels). Die Stadt ist uns zu weitlaeufig und irgendwie duster, aber es soll mit die schoenste Afrikas sein. Wir sind skeptisch und hoffen auf Bessere.


Hier die Kirche der heiligen Dreifaltigkeit mit dem Grab des letzten Koenigs Haile Selassi. 180420103666.jpg


Die Rundfahrt durch Aethiopien endet mit einem Abstecher an die suedlichen Seen unweit von Addis (morgen gehts los). Wir freuen uns aber alle schon auf die naechsten Etappen unserer Reise. Fuer die einen ist das der Rueckflug ueber Istanbul - wenn es der Vulkan zulaesst - nach Europa. Fuer die anderen ist das der Weiterflug nach Entebbe in Uganda - hoffentlich zum Gorilla Tracking und zum National Park Rwenzori!!!