Sojorner Map

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Unsere Route

Montag, 8. März 2010

Nepal und der Sandakphu Trekk

Zuerst gehts mit dem Toy Train nach Darjeeling. Ja, da wo der Tee herkommt. Die Fahrt ist nett. Es geht rauf auf zweitausend Meter. Es ist kuehler, wie erhofft.
0103201030961.jpg Oben wird es immer finsterer...

010320103098.jpg Darjeeling, oder wie es hier ausgesprochen wird, 'Daaseling', ist eine Stadt in den Wolken auf steilen Huegeln. 080320103196.jpg
Enge Gassen, steile Treppen, Jeeps sind hier die Taxis und knattern dreckig und laut hupend durch die Strassen. Es ist indisch hier, aber rings um hat es auch schon was von Nepal und Tibet. Die Gesichter, die Sprache, das Essen ist anders.

Wir sind aber weniger wegen dem Tee und dem Essen hier als vielmehr wegen der Berge. Von hier aus laesst sich alles bestens organisieren. Darjeeling ist der Ausgangspunkt Richtung Nepal und Sikkim.
Schoen soll eine drei bis fuenf Tages Tour entlang der nepalesisch- indischen Grenze sein. Ziel sind die dreieinhalb Tausender Sandakphu und Phalut. Die Gipfel der Trekks sind eher sanfte Huegel - baumfrei und sehr trocken um diese Jahreszeit, aber der Weg selbst erlaubt Blicke auf den hoechsten Berg Indiens, den Kanchandjonga (8.598 Meter).
Ach so und natuerlich auf den Makalu (8.475 Meter), den Lhotse (8.501 Meter) und den hoechsten Berg ueberhaupt, den Everest (8.848 Meter). FREU!!!

Das Ganze klappt natuerlich nur, wenn das Wetter mitspielt und wie sagen die Jungs in den Reisebueros: 'I cant promise anything. The weather is changing fast in the mountains!'. Bis jetzt haben wir sehr viele Wolken gesehen hier. Hoffentlich wird es besser.

Also, fuenf Tage werden es, nur wir und unser indisch-tibetischer Guide Amir.
Der erste Tag startet in Maneybhanjyang und es geht direkt rauf nach Tonglu auf 3.200 Meter. Der Aufstieg ist steil aber schoen, das Wetter wechselhaft und ab dreitausend wirds spuehrbar kuehler. 040320103153.jpg Eine schoene Landschaft.
Die Welt hier oben ist eine Andere. Wir sind mehr in Nepal als in Indien (nicht nur gefuehlt, sondern auch geographisch ueberschreiten wir die Grenze).
Nepali, buddhistische Gebetsfahnen, tibetisches Essen. 030320103124.jpg :-)
Abends wird das Wetter leider noch schlechter. Nur der Kamin und super Chai in unserer 'Siddharta-Lodge' waermen.

Der zweite Tag bringt einen praechtigen Sonnenaufgang mit den ersehnten Blicken, zumindest auf Teile der Kanchandjonga-Range. 060320103167.jpg
Wir wandern durch bluehende Magnolienwaelder. Gespickt von rot und rosasot bluehenden Baeumen. Auch der Rhododendron blueht um diese Jahreszeit.
Gegen drei Uhr erreichen wir den Sandakphu und haben noch Zeit fuer ein paar Bilder aus Nepal.

Am dritten Tag haengen die Mundwinkel tief, nichts zu machen, das Wetter ist schlecht. Eigentlich mit die schoenste Teilstrecke, aber es ist kalt, neblig - die Wolkenfetzen ziehen um uns rum - der Wind blaest uns den ganzen Tag um die Ohren. Wir muessen aber weiter und gehen die 24 Kilometer Etappe bis zum Phalut so schnell wie moeglich.
Abends hellt nur das gute Essen unser Gemueht auf. Draussen ist es finster und wir sehen keine 10 Meter. 040320103161.jpg Es war eiskalt, das Lachen ist nur aufgesetzt!

Morgen ist die letzte Chance, einen Blick auf die Bergwelt zu erhaschen. Amir, unser Guide verspricht die Berggoetter anzubeten. Mal sehen obs hilft.

Beim Aufwachen, da kein Strom und Licht und ueberhaupt kalt waren wir schon um acht im Bett, blaest der Wind immer noch. Es ist viertel vor sechs. Sonnenaufgang ist so gegen sechs.
Aufstehen und gucken oder doch noch liegen bleiben? Die Neugier ist groesser! Schnell raus aus dem Sack und hin zum Fenster. Das Beten und Teller aufessen (nicht schwierig bei Amirs Kochkuensten) hat geholfen. Glueck, Glueck, Glueck!
Ein schoener neuer sonniger Tag bricht an.
Melanie ist samt Kamera schon unterwegs, als Juergen hinterher hechelt. Wir muessen auf den Gipfel, um von oben Richtung Norden zu gucken.

Mehr gibts nicht zu sagen, wir staunen und geniessen!
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Sieht natuerlich in echt noch ein wenig beeindruckender aus, der Kanchandjonga.

img_0787.JPG Und hier, wir da oben, hinter uns der Everest 8-) - mit Selbstausloeser
img_0874.JPG Nochmal in gross!!! (nicht taeuschen lassen, vorne rechts Makalu, mitte Everest, links Lhotse)

Der vierte Tag ist dann noch richtig lang. Zwar viel bergab, aber das ist oft anstrengender als bergauf.
Der Weg ist schoen. Es geht durch Bergdschungel, Bambus Waelder und abwaerts in tiefe Schluchten und einsame Doerfer an der Grenze zu Sikkim.
Wir uebernachten in einer kleinen netten Lodge am Fluss. 070320103188.jpg Melanie spaziert mit den Kids zur Schule.

Der fuenfte Tag ist kurz, zumindest, was das Laufen betrifft. Um zwoelf steigen wir in den Jeep (die fahren hier mit bis zu 15 Erwachsenen, 1 Kind, 2 Babys und 3 Mann aufm Dach ueber die Bergstrassen) zurueck nach Darjeeling (61 Kilometer). Kommen aber erst um sechs dort an. Wie die Strassen hier aussehen, erklaert sich somit von selbst.

Wir sind nach den insgesamt ca. 80 Kilometern erschoepft, aber haben wunderschoene Tage hinter uns.
Juergen hat zum ersten mal den Everest gesehen und hoffentlich kommen noch weitere Sichtungen dazu. Zum Beispiel ein Trekk bis zum Everest Basislager!?

Nach unserem kurzen, eigentlich gar nicht geplanten Abstecher in den Norden geht es jetzt aber wirklich Richtung Sueden. Wir fliegen nach Chennai, auch bekannt als Madras.

Montag, 1. März 2010

India, India, India!!!

Indien ist anders. Liest man. Hoert man. Aber was soll das schon heissen!? Geh'bitte! Indien wird Dich veraendern, etc...

'Incredible India' ist der Werbeslogan Indiens und es ist wirklich ein im wahrsten Sinne des Wortes unglaubliches Land. Wir sehen Dinge, die hat man vorher noch nicht gesehen. Schoene, interessante, aber auch nicht so schoene.

[Juergen]
Der internationale Flughafen in Kalkutta hat zunaechst das Flair eines tropischen Provinz- Diktaturflughafens, samt Militaer. An der Decke drehen sich vereinzelt Fans - die, die noch funktionieren, oder sie stehen verstaubt stumm. Jede Menge Muecken surren durch die Halle. Die Waende sind vergilbt, der alte Marmor-Imitat Fussboden gibt den gewissen Mafiastil.
Wir warten an einen uralten Gepaeckfoerderband auf unsere Sachen.
Die nicht auffindbare Tante einer Wechselstube, die quasi zu Kursen von vor 20 Jahren tauscht, laesst uns aber hoffen. Mit schoenem Sari taucht sie irgendwann hinter der Glasscheibe auf, als wir schon aufgeben wollten. Wir wechseln Geld. Noch kein ATM in Sicht. Spaeter stellt sich heraus, dass der internationale Flughafen etwas vernachlaessigt ist, am nationalen ist alles zu finden.

Die Fahrt im Bus in die Stadt verlaeuft normal. Kinder/Maedels klopfen ab und an an die Fenster, wir sind Weisse. Alle, in den Autos, LKWs und Bussen neben uns gucken, deuten, zeigen mit den Fingern und lachen, frueher oder spaeter. Worueber auch immer 8-) Wir lachen auch.

Die Gegend, in der wir absteigen, ist irgendwo am Markt, mitten drin.
270220103064.jpg Unsere Absteige, sieht schlimmer aus als es ist...
Wir haben keinen Reisefuehrer, noch nicht, und sind ein wenig verloren. Und noch etwas, wir sind hungrig.
Es ist schwer zu beschreiben aber ich vermisse eine wohl bekannte Noudle-Soup oder Fried-Rice.
Ich mag indisches Essen. Sehr sogar. Aber es sollte auch ... - es ist nicht unappetitlich hier, alles wird immer gewaschen, gegessen wird mit den Haenden - nicht viel anders als Asien - aber dennoch, es ist anders.
Die Strasse, der Gehsteig, die Hauswand ist der Lebensraum der Mehrheit der Bevoelkerung hier. Die Gasse wird zur Gosse. Alles fliesst ineinander. Die Menschen genauso wie das Essen. Der Abwasch genauso wie die Faekalien. Es wird gewohnt, gewaschen, gelacht, gekocht, geschissen, gehandelt, gekauft. Alles auf vier Quadratmetern Gehsteig. 270220103073.jpg Hier die adhoc Schreibmaschinen Tipper fuer Vertraege und sonstige Dokumente...

Und wir finden kein Resto!
Das Wasser kommt aus dem Strassenbrunnen. Es sieht manchmal klar aus, dann auch wieder wie Abwaschwasser.
Nicht dass ein Resto anders waere. Es ist sicher das gleiche Wasser (ausser in den feinen Schuppen, da steht dran dass nur mit gekauftem Wasser gekocht wird...). Es sind die gleichen Leute, aber ein Resto gibt einem ein besseres Gefuehl, irgendwie.
Kein Resto also. Wir sind hungrig!
An einem Stand gibts gut riechendes Dahl und Chai! Ok, es reicht. Augen, Nase, Poren zu und durch. Je frueher desto besser. Es ist eh nicht zu vermeiden. Wenns passiert, dann passierts. Jetzt oder spaeter. Besser jetzt. Was einen nicht umbringt macht einen haerter. Aber wenn es dich dann doch umhaut?
Am Stand ist viel los, wir stehen Schlange, schon mal ein gutes Zeichen. Entweder ist es sehr billig oder sehr gut. Das Dahl ist lecker. Der Chai ein Genuss. Mehr bitte! Es wird gelacht und man unterhaelt sich. 'Where are you from?'. 'Austria!'. 'Ahaa, Australia. Big Country!'. 'Yes, yes yes big Country!'. Drum herum nicht gucken. Wegschauen, so funktioniert Indien! So machen es alle.
Einen Tag hier, erste Lektion gelernt.
270220103072.jpg Ein bisschen gucken dann schon!
Wir spazieren weiter zum Victoria Memorial.

270220103069.jpg Eigentlich ein schoener Bau, etwas verwaist halt, schwierige Kolonialgeschichte halt. Eingezaeunt.

Auf dem Weg dahin viele Cricketspieler im Park und viele Ziegen. 'Hey, whats your name?' fragt ein Spieler. 'Juergen!'. 'Ah, how long have you been here in Colcata?'. 'Oh, its our first day.'. [...] 'Ah, thanks for talking.' Die Haende werden geschuettelt. 'Welcome to India!'.
Ein herzlicher Empfang, wirklich.

Uns steht auch noch einiges bevor, denn morgen ist 'Happy Holi!'. Das ist, wenn alle Hindus ein bisschen durchdrehen, sich die schoensten Farben in Pulverform kaufen, eine Spritzpistole dazu und damit durch die Stadt ziehen. Schreien, musizieren, jubeln und mit der Farbe um sich werfen! 280220103084.jpg Die Munition ist bereit!
Sie machen die Welt ein wenig schoener und vor allem bunter! Es ist wie Karneval, nur besser und wir sind mitten drin!

280220103088.jpg Ein bisschen halt ;-)

Andere sehen so aus... img_0479.JPG
Was haut einen um?
Es wird gar nicht so viel gebettelt. Wenn dann bei Touris genauso wie bei allen
anderen.
Die Muetter mit kleinen Kindern, ganze Familien auf ihrem Platz auf der Strasse.
Morgens wenn der Muell nach Essbarem durchsucht wird.
Es gibt gar nicht so viele Hunde hier. Ich glaub ja, weil fuer die nicht so viel uebrig bleibt wie anderswo.
Die Slums mitten in der Stadt, hinterm Markt. Nichts gibts hier, eine Kloake. Und genau mitten drin sitzt einer und durchwuehlt den Dreck auf der Suche nach...?
Ueberall liegen Menschen. Unterm Baum, auf der Belustrade, aufm Weg, auf der Strasse. Tot? Ich wills nicht wissen.
Wie geht das hier? Wie wird hier Leben definiert? Es muss ganz anders sein, komplett anders, zumindest fuer die meisten. Praktisch, dass ein Glaube erfunden wurde, der die Menschen gleich zur Geburt in Gruppen teilt. Das hilft sehr beim Umgang mit Armut. Falsche Kaste, weg da, bist ja eh Dreck.
Was mach ich hier als Tourist, was machen alle Touristen hier?! Ach ja, weggucken! Nicht falsch verstehen, aber es funktioniert.
Die, die Indien lieben, kann ich nicht ganz verstehen. Ich kann nicht die ganze Zeit weggucken, vielmehr will ich weglaufen (zumindest raus aus den grossen Staedten).

Nach zwei Tagen ergibt Indien bereits ein wenig Sinn. Du selbst bist klein, viel zu klein und unwichtig. Ein Punkt in der Landschaft. Das Land schluckt Dich. Man wird ueberrollt.
Zweiter Tag hier, zweite Lektion gelernt. Du bist nichts.

[Melanie]

Indien ist anders  ;-). War schon mal hier und bin vielleicht ´was mehr im Weggucken geuebt. Dennoch, manches ist hart und unvorstellbar, das Land ist ein einziger Kontrast, ´Incredible India´ in jeder Hinsicht.

Mit dem Zug gehts weiter zum Trekken nach Darjeeling. Eigentlich nicht geplant, aber schnell weg hier und wir freuen uns auf ein wenig Hoehenluft und Abkuehlung.

Freitag, 26. Februar 2010

One Night in Bangkok

Nach einer gar nicht mal so schlechten Nacht am Flughafen in Bangkok erwartet uns 'Incredible India'!

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Montag, 22. Februar 2010

It is a BackPackers Life!

Wir sitzen im Transporter in den Sueden und wir haben Zeit zum Bloggen (das geliebte Nokia N95 funktioniert noch!!! Sieht aus wie Sau, aber es funktioniert noch!!). Es ist eng, also eigentlich wie immer.
Der Transporter mit uns drin.

Wie sah der Tag heute so aus.
Ein typischer Backpacker Reisetag.
- Tagwache um halb acht. Ja, ok. Stress haben wir nicht ;-)
- Aus-Checken und noch eine Nacht bezahlen. 70.000 Kip (7 Dollar), schon nicht ganz billig hier.
- Fahrt zum Busbahnhof organisieren. Vorher den Preis in Erfahrung bringen. Es sind zwischen 10 und 15T Kip pro Nase.
- Preisverhandlung mit Tuk Tuk vorm Guest House. Ok fuer 20T gehts los. Acht Kilometer. 160220102967.jpg
- Am Busbahnhof naechste Verbindung erfragen. Noch um 9 oder um 10. Bus um 9 ist uns zu voll, also Bus um 10. Auch der um 10 wird voll, das wissen wir, aber dann sitzen wir wenigstens auf der gepolsterten Bank.
- Tickets kaufen. 30T pro Nase. Ok, erledigt.
- Fruehstueck organisieren. Schwieriger als gedacht. 160220102970.jpg Suppe - nein, nicht schon wieder. Was bleibt. Frisch Gegrilltes? Obst? Gemuese?
Es gibt Mandarinen (das Kilo 5000), ein Stueck Baguette (2000), Trinkjoghurt aus Thailand (20T). Mehr vielleicht dann unterwegs.
- 10 Uhr, los gehts. Gefruehstueckt wird unterwegs.
Es ist voll. 160220102972.jpg
Es gibt immer wieder Essensnachschub. Wir nehmen Bamboo-Sticky Rice. 160220102975.jpg 160220102976.jpg so ist's gut, suesse Traeume!
- Ankunft um 13 Uhr am Ufer des Mekong. Wir brauchen ein Boot, um auf die Insel Don Det zu kommen.
- Boot ist kein Problem. Fuer 15T setzen wir ueber.
- Wohnungssuche. Mit gesamten Marschgepaeck a +20kg gehts dem Ufer entlang. Drei vier Bungalows gefragt.
Um 15 Uhr sind wir umgezogen und das Zimmer ist bezogen (40T).
- Jetzt was richtiges Essen! Es gibt (mal wieder) Reis Baby! Mit Gemuese und Papaya Salat. 160220102978.jpg
- 16 Uhr. Mal gucken was wir morgen so machen und wie wir zu den Delphinen kommen. Wir machens per Kajak. (200T)
- Dann noch einen Spaziergang mit Sonnenuntergang.

160220102979.jpg
- Gegen 18 Uhr machen wir uns frisch und gehen was trinken, vielleicht noch eine Kleinigkeit essen.
- Um 21 Uhr ist Schicht im Schacht. Gute Nacht!

Freitag, 19. Februar 2010

Der Mekong

Ein blauer Fluss. Breit, es ist ein riesiges Strom geworden. Erstaunlich, wie rein das Wasser hier ist. Die zahlreichen saubereren Nebenfluesse, die in den letzten Kilometern flussaufwaerts in den Mekong gemuendet sind, haben aus dem braunen sedimentreichen Fluss ein fast klares Gewaesser gemacht. Natuerlich immer noch jede Menge Muell im Wasser, alles wird hier ueber Bord geworfen oder auf die Uferboeschung. Aber es scheint, dass es hier noch nicht so schlimm ist und der Fluss nicht gekippt.

140220102950.jpg Der Mekong bei Pakse.

Ueber Tha Kheck geht es nach Pakse und dann weiter nach Don Det.

Tha Kheck ist bekannt fuer Hoehlen und karstiges Hinterland.
Es sind schoene Sommertage, die wir bei 30 Grad auf dem Motorrad verbringen.
Mit den ueberall fuer fuenf bis sechs Dollar pro Tag erhaeltlichen Hondas gehts durchs Land.
Die Dinger haben zwischen 100/150 Kubik und Schaltgetriebe und machen, sagen wir mal bis zu 80 Sachen. Ist jetzt nix weltbewegendes, aber nett, um Motorradfahren zu lernen :-).
150220102966.jpg Haupsache die Hupe funktioniert!
Seit Vietnam sass Juergen bei unseren Fahrten am Steuer, nur hinten drauf sitzen wird auch schon mal langweilig, alsn Fahrerwechsel. Aber erst ein wenig ueben.
Schalten, ok, rauf/runter, zwar ohne Handkupplung, aber trotzdem muss alles koordiniert werden. Gleichgewicht halten, rechte Hand hat viel zu tun, gibt Gas (oder eben auch nicht, hier ist auch die Vorderbremse (!)), rechter Fuss muss auch bremsen (hinten), linker Fuss schalten, rauf und vom Gas runter, runter weiter Gas geben. wer soll sich das denn alles merken? Automatik waer ja auch zu einfach. Linke Hand macht gar nix, fein. Popo klebt am Sitz und muss staendig die Fahrlage pruefen - was er aber zum Glueck von ganz alleine tut. Auf der Strasse alles fein- auch mit Beifahrer-auf den Erdwegen eigentlich auch, wenn da nicht diese dicke erdige Spurrille mit nachfolgendem Minihuegel gewesen waer. Juergen steigt hinten ab. Gas geben und rausfahren, aber nicht in den naechsten Busch...
Moped faehrt raus aus dem Loch, mit Fahrerin. aber das Moped will weiter...
Das Wichtigste, nie absolut nie am Gas festhalten, wenn man eigentlich bremsen will (nicht so einfach, wenn beides an gleicher Stelle ist). Moped und Melanie bleiben stehen, ihr Arm war nicht lang genug, es festzuhalten ;-), kein Busch, kein Fall, nur zwei blaue Flecken.
Mit Helm und unseren Winterjacken. Ja ok, nutzen sicher nicht viel, aber wir sehen fast jeden Tag Unfaelle, mehr oder weniger schwer. Die meisten Motos haben weder Zulassung noch Nummernschild. Gefahren wird ohne Ausbildung   - kreuz und quer - sobald die Kids ans Gas kommen, ohne Licht, oder Blinker geht halt alles nichtmehr auf den alten Kisten und ein Helm ist zu teuer und ohnehin zu warm. Es kracht, wer aufstehen kann, faehrt weiter, die anderen bleiben liegen und gucken, wie es weitergeht.
Einige Strassen sind voll mit weissen kreidemarkierten Unfallstellen. Wir wissen aber nicht, ob zur Abschreckung oder ob es wirklich einen Unfall gab, der polizeitechnisch analysiert wurde.
Wir passen auf, fahren tagsueber, gemuehtlich und vorsichtig.

Um Pakse gibts dann Wasserfaelle anstelle von Hoehlen. Wir stellen aber fest, wir sind beide weder Hoehlen- noch (Klein-)Wasserfall-freaks Auf dem Bolevan Plateau wird-ein Gruss nach Frankreich- Kaffee angebaut, lecker!

140220102943.jpg Wasserfall I. 140220102944.jpg Wasserfall II. 140220102948.jpg Wasserfall III.

Schoener noch ist der alte Tempel Wat Phou (6. Jhdt.). Sehr wie Angkor, nett auf einem Huegel gelegen, am heiligen Berg der Khmer mit weitlaeufigem Blick ueber den Mekong. 150220102959.jpg
Ganz vergsteckt ist der Tempel. Oben das Heiligste, die Linga. Ein Fruchtbarkeitssymbol schon von sehr weitem zu sehen.

Es geht weiter auf die zweitgroesste der 4000 Inseln im Mekong an der kambodschanischen Grenze.

Es ist sehr touristisch, Guesthouses saeumen den schmalen staubigen Fusseg und die Hitze macht aus 20 Kilo gefuehlte 40. 160220102981.jpg Aber es ist schone hier!

Wir gehen Kajaken und sehen in der Tat einige der nur hier zu findenden Suesswasserdelphine. Wir sind gebannt und beobachten die Wasseroberflaeche. Irgendwo hoert man ein tiefes ausatmen und zwei drei ziemlich groesse Ruecken mit einer kleinen Finne tauchen aus dem Wasser, etwa 60 bis 80 Meter entfernt. Kaum zehn Sekunden dauert das Ganze bevor die Tiere wieder fuer fuenf Minuten abtauchen und an einer ganz anderen Stelle wieder hochkommen.
170220102986.jpg Wir sind startklar zum Kajaken
So sieht das dann aus 180220103004.jpg 
170220102991.jpgGanz hinten links die Delphine, links noch weiter links.. jetzt hinter dem Busch rechts, GENAU DA! ;-)

Mit den Kajaks machts Spass durch kleine Stromschnellen zu paddeln (es reicht fuer uns zum Kentern).
Wir gehen sogar baden im Mekong. Kaum zu glauben, mal sehen was wir uns alles holen.
Aber das Wasser ist angenehm!
170220102993.jpg Mal wieder wir bei den Wasserfaellen Khone Phapheng.

Wir wiederholen den Badegang am naechsten Tag. Samt Autoreifen auf dem wir durch die Inselwelt flussabwaerts treiben. Der perfekte Tagesabschluss bevor wir abends mit den Kindern vom Resto Boules spielen. Besser gesagt werden wir von den Zwein ganz schoen vorgefuehrt. Mit viel Gefuehl und noch mehr Erfahrung auf heimischen Terrain, setzen sie ihre Kugeln eine nach der anderen exakt an die Cochonnet (Taube?). Wir verlieren. Mit Lao Lao als Zielwasser wirds nicht besser. Wir verlieren nochmal.

Die Abendstimmung auf den Inseln, 170220103000.jpg hat einfach immer wieder was!

Das war Laos, was fuer ein wunderschoenes Land!

Sonntag, 14. Februar 2010

Die Hauptstadt die keine ist

Ventiane.
Grad mal 300.000 Einwohner hat die groesste Stadt Laos und es ist gleichzeitig die Hauptstadt.
Das heisst, es gibt einen Praesidenten Palast hier. Und viele Wats drum herum. Wer hier als Botschafter versetzt, wird muss ganz schoen was ausgefressen haben. Oder man arbeitet fuer einen der vielen Hilfsorganisationen. 100220102922.jpg 
Die Atmosphaere ist aber nett und entspannend. Die aeltesten Tempel und Buddhas des Landes stehen hier.
Sehr schoen und sehr buddhistisch mit insgesamt 10.000 Buddhas!

100220102916.jpg Das innere des Wats. 100220102915.jpg Mit den vielen Buddhas.
Es gibt auch einen Buddha Park etwas ausserhalb. Wir fahren hin. Es ist ein wenig, naja wie soll man sagen, artifiziell. Aber ok, einen Ausflug wert.
110220102927.jpg Reclining.
Das gute Essen in Laos setzt sich fort. Wir essen auf dem Night Market. Es gibt grosse buffetartige Essensschuesseln. Frisch Gegrilltes. Entenkopf mit Herz, Leber und Flossen am Spiess. Oder auch die allseits beliebten geroesteten Grillen in frischen Kraeutern. Fuer jeden ist da was dabei! Besonders lecker wenn auch banal ist ein Nachtisch, kleine gebackene Kokosteigbaellchen. 100220102924.jpg

Schauen den Maennern noch beim Petanque spielen zu, koennte auch in Frankreich sein und Juergen kriegt noch einen Lao-Lao, ahcha, ganz schoen stark.
Ach ja, zuvor hatten wir eine naechtliche Busfahrt, die hatte es mal wieder in sich. Zuerst Motorschaden und dann wars eng. Sehr eng! Wir haben nicht aufgepasst (ja, ok Juergen hat nicht aufgepasst) und sassen auf Sitz 1 und 2. Warum das ein Problem ist? Die Leute, die noch zusteigen setzen sich vorne hin. Auf kleine Plastik Stuehle im Zwischengang. Nun gut, so weit so eng. Sie werden aber auch muede, die Leute auf den billigen Plaetzen und das bewegt sie dann dazu, auf den Leuten mit normalen Plaetzen zu schlafen. Juergens Gangnachbarin war besonders anhaenglich, sodass er nachts irgendwann zwei Frauen auf seinen Schultern hatte. Eine hat ihm noch ein schmuckes gruenes Kaugummi auf der frisch gewaschenen Hose ueberlassen. Nettes Andenken an eine unvergessliche Menage a trois.

Mittwoch, 10. Februar 2010

Laos

Nach dem Vietnam-Kulturschock sind wir froh, in einem anderen Land zu sein. Laos.

Gleich das erste Dorf, in dem wir nach einer vierzig stuendigen Zug- und Busfahrt durch Vietnam ankommen macht Laune auf mehr.
Wir sind im Nordosten von Laos in Muang Khua am Nam Ou, ueber den wir am zweiten Tag weiter nach Sueden und Nong Khiaow tuckern.
Das Leben hier ist langsamer, man wird nicht die ganze Zeit ueberfallen mit Kaufaufforderungen und Hoeflichkeit ist kein Fremdwort.
Ganz in Gegenteil. Alle sind neugierig, wir koennen nach einem Tag mehr laotisch als nach drei Wochen in Vietnam vietnamesisch.
Das Leben hier ist interessanterweise etwas teurer und mit Kambodscha zu vergleichen, auch wenn das Land viel aermer ist.
Alles ist ein grosser Bauernhof, mit Vieh, Reis und alles Handarbeit, sehr wenig Maschinen, wenig Traktoren, wernig Autos. Kinder spielen ueberall - einfachst, aber lachend. Es wird gewaschen, gewoben, getrunken.
Die Bootsfahrt am ersten Tag ist superschoen, es geht flussabwaerts, durch enge Passagen, von Bergen eingerahmte Taeler, meistens von dichtem tropischen Wald ueberwuchert.
010220102845.jpg Reislandschaft in Laos
Wir schlafen in netten Unterkuenften und unterhalten uns so gut es geht mit den Leuten. Unser Point-it hilft, vor allem macht es aber Spass, gemeinsam durch die Seiten zu blaettern. Unser Guest House hat einen netten Tisch -  300120102829.jpg How I learned to love the bomb, oder was man sonst so in der naeheren Umgebung findet - der Ticketschalter ist leider zu. 300120102831.jpg Morgen wieder probieren!

Leider gibt es hier nur in den groesseren Staedten Geldautomaten, was uns leider zwingt, (zu) schnell weiter zu fahren, wir waeren sonst laenger geblieben.

300120102833.jpg

Unsere erste richtige Station in Laos ist Luang Nam Tha. Wir wollen mal wieder was tun und machen uns mit einer kleinen Gruppe fuer drei Tage auf in den Dschungel zum Wandern.

020220102857.jpg Frueh Mogen im Dschungel
Das Gruen im Nationalpark Nam Ha ist nicht mehr ueberall das Neueste, aber es ist schoen, unterwegs zu sein, durch Bambuswaelder zu wandern und in eiskalten Baechen baden zu gehen.

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Wir uebernachten in einfachen Huetten und wachen mit Vogelgezwitscher auf. Den Tagesrhytmus bestimmt die Sonne. Um Sieben ist es finster und wenn das Lagerfeuer aus ist, wird ins Bett gegangen - also zumindest unter das Moskitonetz, wobei es jetzt kaum welche gibt. Das ist dann so zwischen acht und neun. Wir schlafen trotzdem sofort ein... Wir erklaeren uns das durch den Sticky-Rice.
030220102873.jpg Romantisch! Und erst der Sternenhimmel!!!

Es gibt super leckeres laotisches Essen. Die ersten Tage Stickyrice auf Bananenblaettern. Dazu gruene Bohnen mit Paprika, gut gewuerzt mit Chili, Dill, Ingwer, Knoblauch. Wasserbueffelfleisch mit Morning-Glory. Was auch nie fehlt ist die typische laotische Chili-Paste, besonders lecker mit Aubergine und frischen gehackten Wurzeln wie Kardamom.
Ueberall zu finden, frisch aus dem Wald.

030220102865.jpg Gegessen wird mit den Fingern!
Zum Fruehstueck gibts eine weitere Leckerei. Gegrillten Stickyrice mit Ei. Dazu wird der Reis auf einen Stab gepappt, ueber dem Feuer angebraten, mit Ei ueberstrichen und dann nochmals kurz ueber dem Feuer erhitzt. 030220102861.jpg Superlecker!
Nach drei Tagen haben wir ein wenig zugenommen, Natur gesehen, Einheimische in ihren Doerfern 020220102848.jpg besucht und jede Menge Lao Lao (Reis-Whisky) getrunken :-).
Die Fahrt geht weiter in den Westen von Laos, um mit dem Boot nach Luang Prabang zu kommen. Eine Nacht bleiben wir im Golden Triangle zwischen Laos, Thailand und Myanmar (hier gibts auch nix zu sehen).
Die zweitaegige Mekong-Bootsfahrt ist beliebt bei Touris, 150 Mann an Board, aber auch die einzige vernuenftige Verbindung flussabwaerts. Speedboote, die die Fahrt an einem Tag machen, gibt es auch, wir haben aber keine Lust, mit Motorradhelm auf dem Kopf in Olivenschiffchen ueber den Fluss zu jagen.
Die Fahrt ist schoen, besonders abends und morgens erwarten uns beeindruckende Bilder.
070220102892.jpg Das Leben am Fluss morgens in Pak Beng (Die Bilder mit der Digi sind GENIAL geworden - gibts aber erst spaeter nach Rueckkehr, haehahae)
Als wir in Luang Prabang ankommen, wird es schon finster. Wir schlendern durch die kleinen romantischen Gassen der frueheren Koenigsstadt. Die Franzosen haben hier einiges hinterlassen, zum Beispiel Einfluss auf Architektur und Kueche, was - den Verlust Indochinas fast ueberwunden - jetzt wieder vor allem Franzosen anzieht.
Wir besichtigen die zahlreichen Wats, machen einen Motorradausflug zu den Buddhahoehlen ueber dem Mekong.

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Es geht mit einem Nachtbus weiter in die Hauptstadt Vientiane.