Sojorner Map

Sojorner Map
Unsere Route

Freitag, 7. August 2009

Bra-Kol-Per

Bisher hatten wir immer relativ viel Glueck mit unseren Unterkuenften und der kurze Weg des naechtens mit Gepaeck zu einem Hostel war, zumal wir einheimische Hilfe hatten, auch kein Problem. Fuer eine Nacht sollte es reichen und der Preis war schnell verhandelt.
Auch wenn Brasilien in Tabatinga schon sehr weit weg ist, ist es in Kolumbien etwas billiger und deshalb machen wir uns morgens am naechsten Tag auf nach Leticia, den eigentlich groesseren Teil der Stadt, in der es keine Grenzen gibt.
Freier Verkehr gilt hier fuer Personen, Geld, Waren und wahrscheinlich auch jede Menge Drogen, wovon man aber nichts mitbekommt. Wir fuehlen uns auch hier wie ueberall bisher sehr sicher.

Leticia ist wirklich der lebhaftere Teil der beiden Staedte. Die Musik ist sofort anders - karibisch und es gibt kein Pastel mehr... und die Leute hier sind gustioeser (oder alles Einbildung). Das Geld wird zum festen Kurs gewechselt 10 Real = 1000 Pesos = 0.50 USD.
Da wir hier, etwas weiter ab von den grossen Touri Strecken, ein besseres Gefuehl haben als in Manaus, findet uns Jorge, ein Guide, der Touren in den Dschungel anbietet.
Wir machen uns mit ihm und zwei Spaniern (Miguel und Raul) fuer drei Tage auf den Weg.
07082009707.jpg Wir waren da wo PERU steht, siehe Koordinanten unten

Die drei Tage sind ok, wobei wir es gern noch wilder gehabt haetten, zu viert ist es aber schon ganz nett.
Nach einem kurzen Abstecher zu der grossen Wasserlilie (Victoria Regia) -
05082009649.jpg
Juergen freundet sich mit Affen an,
05082009644.jpgMelanie mit den Papagaien - gehts weiter zu einer Bekannten von Jorge, die eine kleine Ueberraschung fuer uns bereit haelt.
...
Der Teller Milch wird kurz darauf von einem Ozelot Maennchen ausgeleckt. Und wir duerfen alle mal streicheln und ...
05082009653.jpg Einfach nur klasse und wunderschoen das Tier!

Die Naechte verbringen wir bei Familien in sehr (sehr) einfachen Verhaeltnissen, das praegendste Erlebniss der drei Tage.
05082009661.jpg Das Essen am Herd (Fisch, Krokodil, Bohnen...)
06082009677.jpg Das Essen fuer den zweiten Tag (der Fisch heisst Pirucuru, oder so...)
06082009680.jpg Die ("Slumdog Millionaire") Toiletten
Die Haustier 05082009668.jpg Hund mit Affe im Gepaeck, 05082009650.jpg Maedel mit Faultier, 06082009676.jpg Laura sagt "OLA"

Was wir leider leider nicht zu Gesicht bekamen (weder als Haustier noch in der freien Natur) waren Vogelspinnen. Obwohl wir ausgiebigst im Wald gesucht haben :-), war keine zwischen den Palmenblaetern zu erblicken. SOooo ein Pech aber auch...

Dennoch, fuer Google Maps, hier die Koordinaten: S 4° 20"; W 70°00"

Ansonsten sieht man wirklich noch viel in der Natur hier. Papagaien, Faultiere, Affen, Delphine, pinke und graue, Krokodile und Kaimane (koennen sie mittlerweile unterscheiden), schwimmende Leguane, Unmengen an Fischen, die uns beim Baden im gleichen Fluss - uuaaahh ;-) - anknabbern. Zum Glueck aber nur die, der Rest nicht.
05082009664.jpg Sehr beeindruckend, die riesigen Baeume!

An unserem letzten Abend gehts nochmal heiss her, Melanie tanzt mit der Dorfjugend (sie war die einzige Frau) und freundet sich mit Cachaca an.
06082009691.jpg Keine Angst, 61 ist das Gruendungsjahr, nicht der Alkoholgehalt. Der lag nur bei 30% ;-)

Zurueck im Dreilaendereck.
Das Stempeln. Obwohl grenzfrei hier, ist es beim Verlassen eines Landes nicht ganz unkritisch, die richtigen Stempel im Pass zu haben. Alles andere kann zu teuren aber tollen Bloggeschichten fuehren, wie wir von Trevis und Chala bald erfahren sollten. WICHTIG ist, man braucht einen gueltigen Einreisestempel, sodass man sich VOR der Ausreise einen Ausreisestempel holen kann, da man ansonsten keinen neuen Einreisestempel erhaelt.

Bei uns klappt alles wunderbar, 150 USD mehr zum Ausgeben... ;-).

Aber das Boot ist voll! Zumindest das nach Iquitos (Peru), von wo aus wir nach Lima weiterfliegen, was wir ueber das Internet - auch im groessten Dschungel der Welt - alles in einer Stunde geregelt hatten. Aber das Boot nach Iquitos ist voll!!
Da wir keinen weiteren Tag hier verbringen wollen, bleibt nur das Wasserflugzeug(!) fuer nur 20 USD mehr und neun Stunden weniger Fahrt. Gerizt! 08082009718.jpg

08082009716.jpg Abschied von unseren Guides - mit viel Bier um 09:00 morgens - es war aber auch ein Samstag, wobei Melanie nichts getrunken hat und Juergen nur zwei Doeschen ... (rechts Jorge, links sein Freund , der grad die Maedels am Nebentisch beeugt - zzzz)

Iquitos ist nicht so spannend... waren aber auch nicht lange da. 08082009734.jpg (hier auf dem Weg zum Flughafen mit Trevis und Chala)


Jetzt warten Lima und Peru auf uns! Ein neues Land mit viel Kultur, schoenen Bergen, Wuesten und Pisco Sour ;-)

08082009711.jpg

Donnerstag, 6. August 2009

Mit dem Schiff flussaufwaerts

Nachdem die Buchung der Bootes etwas problematisch war. Wir waren zuerst auf einem langsamen Dampfer eingecheckt - 28072009511.jpg
man beachte das Baujahr 1899! - was uns erst wirklich aufgefallen ist, als es ploetzlich hiess, wir brauchen Hamocks und Abfahrt ist erst Mittags. Gut dass wir uns vorher bzw. dann nochmals direkt am Hafen erkundigt haben, wann das schnellere Boot genau geht. Wir konnten das dann zum Glueck auch ohne Probleme umbuchen, wobei es uns eine kleine Lehre war, sich nicht zu sehr auf andere zu verlassen, speziell nicht wenn sie dein Geld haben wollen.
Am Freitag Morgen ging es dann aber mit etwas Verspaetung endlich los. Das Boot, das uns nach Tabatinga bringen wird, ist die "Homem da Nazare"

05082009638.jpg

Leider dauerte die Fahrt nur ca. 20 Min., da wir kurz nach Manaus an einem Baum festgemacht haben.
Das Kinoprogramm an Bord lief bereits und niemand war zunaechst verwundert. Vor dem Mittagessen - es gab die darauffolgenden Tage Reis, Nudeln, Salat, Bohnengemuese und Fleisch, eigentlich sehr lecker aber nach vier Tagen jeweils mittags und abends, uff... - kam dann eine Durchsage, dass es bald weitergeht. Nachdem wir uns erkundigt hatten, was denn los sei hiess es, wir warten auf ein Boot mit Papieren. Wir haben uns darunter zunaechst eine Art Ladung vorgestellt.
Nach weiteren drei Stunden am Baum mitten im Amazonas haengend hatte sich nichts getan, allerdings wurde es an Bord unruhiger. Inzwischen waren auch schon drei langsame Dampfer an uns vorbei getuckert und die Frage kam auf, ob es nicht besser gewesen waere wenn...
Gegen fuenf Uhr, in der Kueche wurde schon wieder fuer das Abendessen geschnippelt, kam dann richtig Leben auf.
31072009566.jpg Das Boot von Innen.

Die Flusspolizei (drei Mann mit MG und allem Drum und Dran - der Schiffsjunge wurde von einer 25 Jahre aelteren Dame durchs Fenster gleich richtig angebaggert, bis hin zum Austausch der Telefonnummer - eieiei...) hat wohl Wind von unserem Flusspicknick bekommen und stattet uns einen Besuch ab. Wir muessen zurueck nach Manaus, da wohl immer noch "Papiere" fehlen.
Hui, na das kann ja noch spannend werden.
Zum Glueck haben wir es nicht ganz so eilig wie offensichtlich manch anderer an Bord, es wird lauter.
Dann eine ploetzliche Wendung. Das Beiboot, das Juergen schon vermisst hatte, tauchte ploetzlich wieder am Heck auf.

01082009574.jpg

Dort war auch eine Gruppe - ein Mann und zwei Maedels - inzwischen bei 21 Bierdosen angelangt und entsprechend lustig wars. Das Beiboot hatte den notwendigen Umschlag mit und machte sich sofort hinter dem Polizeiboot her, so dass wir ohne Fahrt zu machen und jetzt ohne Baum langsam den Amazonas runtertrieben.
Dann ging alles ganz schnell : das Abendessen wurde angerichtet, das Beiboot kam zurueck und mit 10 Stunden Verspaetung begann die Bootsfahrt auf dem Amazonas flussaufwaerts.

Dafuer, dass wir in normalen Klappsitzen schliefen, konnten wir beide recht gut schlafen. Wir haben inzwischen Uebung! Aber nach vier Tagen tut der Hintern trotzdem weh ;-).

Wir haben uns von der Fahrt selbst nicht viel versprochen und es gibt auch in der Tat nicht allzuviel zu sehen, aber was man sieht ist einfach sehr sehr beeindruckend.
Vier Tage mit ca. 25 Knoten flussaufwaerts durch einen Strom, der groesser nicht sein koennte. Man sieht nur braunes Wasser und an beiden Ufern Wald. Vier Tage lang Baeume, Urwaldriesen, Palmen, Dschungel, ab und zu Flussdelfine.
Der Strom ist dabei manchmal so breit, dass man das Ufer gegenueber kaum mehr ausmachen kann, das Wasser wird nicht weniger.

01082009597.jpg

Abwechslung verschaffen dabei Sonnenaufgaenge und Sonnenuntergaenge.

02082009608.jpg

Wir sitzen viel am Heck und geniessen mit das Beeindruckendste, was wir bisher auf unserer Reise gesehen haben.

Die Filmauswahl ist verbesserungsfaehig. Abends laeuft Musik und eine Bibelstunde mit einem singenden Pfarrer - alle sind textsicher und koennen mitsingen. Ansonsten sind weitere Filme schlecht kopiert oder der illegale Internetdownload ist viel zu frueh abgebrochen. Viele Filme enden irgendwo in der Mitte, richtig stoeren tut es dann aber auch keinen ;-).
Was auch noch auffaellt ist, dass sehr fleissig Zaehne geputzt wird, puenktlich nach jedem Essen (natuerlich mit Flusswasser - wir schliessen uns an... auch beim Duschen).

Ueberall am Fluss gibt es kleine Siedlungen, ueberall wird gefischt und ueberall treibt auch Plastik durchs Wasser (meistens sind es Fischernetze), ab und an auch kleinere Boote, aber erstaunlich wenig Verkehr (die Flussdampfer holen wir alle in der ersten Nacht wieder ein). Das Trinkgelage an der Bar hinten dauerte auch nur einen Tag, alles Pulver war verschossen. Um es wieder reinzuholen, wird ganztags Rommee gespielt, um gar nicht so wenig Geld ;-).

Wir kommen nachts in Tabatinga an und ueber einen kleinen sehr wackeligen Steg
04082009619.jpg (etwas unbeeindruckender bei Licht am naechsten Tag)
geht es mit zwei weiteren Mitreisenden ins Zentrum unserer letzten Station in Brasilien - einer der drei Staaten im grenzfreien Dreilaendereck Brasilien-Kolumbien-Peru.

08082009713.jpg

Dienstag, 4. August 2009

Manaus - Grossstadt im Dschungel

Manaus ist die Stadt im Dschungel Amazoniens.

Eigentlich ist es aber vielmehr eine 1,6 Mio. Einwohner Metropole am falschen Ort.
29072009552.jpg die Kloaken der Stadt
Was von der nicht gerade glorreichen Vergangenheit (aufgrund der Vernichtung der Ureinwohner und der ueblichen Sklavenhaltung) uebrig ist, ist die Oper und der Platz davor, der an die Kolonialzeit der Jahrhundertwende erinnert.

28072009507.jpg

Ein idyllischer Platz, besonders abends mit der richtigen Ausstattung ;-)

280720095341.jpg

Am spannendsten ist Manaus am Hafen, um mal unseren Reisefuehrer zu zitieren.

28072009515.jpg

Ein Gewusel von Staenden, Zeugs, Menschen, Tieren (tot und lebendig). Stundenlanges Zuschauen, sehr fein! Aber auch Muell. Sehr viel Muell, von dem man auch jede Menge im Fluss findet.

Da wir keine richtige Lust hatten, eine Tour aehnlich dem Programm unseres Pantanal Aufenthalts zu machen, wir keinen organisierten Indianerstammbesuch wollten und zudem keinen wirklich vertrauenswuerdigen Veranstalter fanden - besonders abzuraten ist von Amazon Backpackers...-  sind wir an den Hafen, um mit einem kleinen gemieteten Boot an die Stelle zu gelangen, wo die Fluesse Rio Negro und Rio Solimoes zusammentreffen und den Rio Amazonas bilden.
Der Name stammt, was wir vorher auch nicht wussten, von den Amazonen, die hier in den Waeldern gelebt haben sollen und gesucht wurden ;-)
Die besagte Stelle zieht sich ueber Kilometer, bis sich die beiden Gewaesser miteinander vermengen, da sie unterschiedliche Saeuregehalt und Geschwindigkeit haben. Da auch unterschiedlicher Naehrstoffgehalt mitgefuehrt wird, unterscheidet sich auch die Farbe, das Vermischen fuehrt zu einem einzigartigen Schauspiel.
Nach einem kurzen Abstecher in den lokalen Dschungel, ging es dann wieder zurueck in die Stadt.

Als Touristen verkleidet sind wir - an der Lobby vorbei geschnitzt - auf das Dach des 5 Sterne Hotels Taj Mahal, um den Sonnenuntergang ueber Manaus zu sehen.
28072009529.jpg

Auf den rooftop Swimmingpool, das wir ganz fuer uns allein hatten waren wir leider nicht vorbereitet, keine Badesachen dabei :-(

Neben Hafen, Rooftop und Opernplatz eigentlich unser Lieblingsplatz in Manaus, das Skina dos Sucos. Hier werden frische Saefte zubereitet, mit Gurana, Milch, als Shake oder on the rocks. Saulecker! :-)

30072009564.jpg

Ansonsten wenige Sehenswuerdigkeiten, um den Reisefuehrer mal zu korrigieren. Wir haben alles abgegrast ;-), da wir bis zum naechsten Schnellboot nach Tabatinga noch drei Tage Zeit hatten.
(Die Fahrt dorthin ist eine andere Geschichte...)
Die fleissigen Strassenverkaeufer beim Arbeiten, ah nein beim Computerspielen... 29072009558.jpgmhm, evtl. gar nicht so schlecht hier!

Was gibt es sonst noch hier, das Rotlichtviertel - im Prinzip fast die ganze Altstadt, haben wir also besucht. Zwei Parks, einen mit Schildkroeten, einen mit Baeumen und Orchiden - allerdings ohne Orchiden - haben wir besucht. Das Luxus Hotel Tropical - sogar mit Zoo und einem lebenden Jaguar, haben wir besucht. Ponta Negra - die Copa Cabana Manaus, allerdings ohne Sand, haben wir besucht. Die beruehmte Oper (siehe auch oben) - allerdings eine Minute zu frueh, um sie auch von innen zu sehen (es ist so spaet wie man sich fuehlt...und manchmal fuehlt sich Manaus eben zwei Minuten zu spaet).

Ach ja, erstaunlicherweise konnten wir sogar Flussdelphine sehen, Juergen am Hafenpier und Melanie "...da blaesst einer!" bei der Bootsfahrt. :-)

Und den Kinobesuch - Melanie hatte ein grosser Schild gesehen - haben wir aufgrund des einseitigen Programms dann abgesagt...

29072009548.jpg

Was bleibt zu tun...
28072009537.jpg Eh, ja genau...

Ach noch eines, Gruss nach Hamburg - Hamburg Sued!

27072009499.jpg

Sonntag, 26. Juli 2009

Busfahren und…Brasilia

Uff...Gestern morgen sind wir in Bonito um 9 Uhr in den Bus gestiegen, um 14 Uhr in Campo Grande und heute morgen um 7 in Goâinia umgestiegen, um um 11 Uhr heute frueh in Brasilia zu sein...unser Flug nach Manaus im Amazonas geht morgen frueh um 12.
Aber es gibt Schlimmeres als lange Busfahrten, Brasilia naehmlich. Nein, so schlimm ist es nicht. Froh es gesehen zu haben, hm...sagen wir, wir haben es gesehen. Die Stadt gab es vorher nicht, der Archtitekt Oscar Niemeyer hat sich hier ein Denkmal gesetzt. Interessante Bauweise (nicht Juergens Ding...), das Konzept der Stadt haben wir aber leider beide nicht verstanden.26072009487.jpg Sehr weitlauefig alles hier und mitten drinn viel Platz fuer... ja, wofuer eigentlich...

Schade auch, dass es beide Hostels, die wir uns ausgeguckt hatten, nicht mehr gab. Dafuer haben wir ein Zimmer in einem Businesshotel. Brasilia ist neben der Regierung grosse Messestadt. Wahrscheinlich wirkt die Stadt deswegen heute (es ist Sonntag) noch einmal mehr tot.

Oh, unter dem zentralen Fernsehturm ist ein Multikulti-Flohmarkt. Wir essen Maisspezialitaeten (super lecker!!), Juergen trinkt aus seiner ersten Kokosnuss, anschliessend fahren wir mit dem Touristenbus die Sehenswuerdigkeiten der Stadt ab, was gut zu unserem Muedigkeitsstadium passt. Mit der Musik im Bus, strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und 30 Grad ist es sehr relaxt. Mangels Essstaenden oder Restaurants in der unmittelbaren Naehe gehen wir wie die meisten Brasilianer auch unserer "Sonntagsroutine in neuen brasilianischen Grossstaedten" nach und essen abends in der Shopping Mall ;-).

Juergen hat keine Lust was zu Brasilia zu schreiben; schade eigentlich, waer bestimmt recht witzig ;-)).

26072009484.jpg Irgendwo genau DA ist die beruehmte Kirche von Oscar Niemayer.

Ab Morgen kann es gut sein, dass wir uns einige Tage nicht melden, da es im Amazonas sicher nicht ueberall Internetverbindungen gibt. Wenn doch, hoert ihr von uns, ansonsten, sobald wir in +/- 10 Tagen in Peru sind. Bis dahin, liebe Gruesse!

Freitag, 24. Juli 2009

Bonito

Nach dem Pantanal sollte Bonito bzw. das Drumherum noch ein Highlight sein. Die Stadt ist es nicht, aus Parallelstrassen und Kreuzungen enstanden, an denen sich wie kleine Lagerhallen ein Geschaeft nach dem anderen entlanghangelt, sehr touristisch angelegt und entsprechend teuer. Dafuer aber die komplette Infrastruktur fuer Wanderungen, Besichtigungen von Hoehlen, Tauchen in kristallklarem Wasser und vielem mehr.Ueber Bonito war jedoch eine Kaltfront hereingebrochen, von den normalerweise 25 blieben nur noch 9 Grad uebrig, mit bitterkaltem Wind und Regen. Also nichts mit Tauchen, Schnorcheln, in der Sonne liegen :-(. Wir haben uns dennoch aufs Rad geschwungen und sind zum oeffentlichen Naturbad Balneario Municipal gefahren, um dort die Wassertiere zumindest zu fuettern. Anschliessend gings noch mal gute 12 km ueber Schotter und Matsch 24072009470.jpg

durch eine saftig gruene Landschaft zur Ilha do Padre

24072009468.jpg, eine suesse kleine Insel mit Papageien

24072009465.jpg, Affen und Wasserfaellen.

Ein richtig schoener Tag. Abends gabs Suppe! :-)

Fuer Eindruecke der sonst attraktiven Moeglichkeiten, einfach mal Bonito Pantanal in Google eingeben, da gibts ne Menge Infos und schoene Bilder ;-).

Mittwoch, 22. Juli 2009

Waerme und Wildnis im Pantanal

Nach dem Wasser geht es wieder in trockene Gebiete, wobei das Pantanal ('wet land') als das groesste Sumpfgebiet der Welt gilt.
Wir sind gespannt und fahren abermals mit dem Nachtbus nach Campo Grande, Ausgangspunkt fuer die meisten Pantanal Touren, die schon beim Aussteigen aus dem Bus angepriesen werden.


Da wir mit den HI Hostels bisher gute Erfahrungen gemacht haben, entscheiden wir uns fuer einen 3 taegigen Aufenthalt im suedlichen Teil des Pantanal (Mato Grosso do Sul), nur noch ein paar Busstunden mehr.


Wir verbringen viel Zeit in Bussen. 19072009396.jpg (Die letzte Etappe dann auch auf solchen)
Wir versuchen die Naechte fuer die Fahrten zu nutzen, das spart viel Zeit bei den Entfernungen , macht aber auch muede. Wir gewoehnen uns aber dran, bei der letzten Fahrt konnten wir beide etwas schlafen...


Im Laufe des Nachmittags - viele Meilen weiter durch staubtrockenes Gelaende und bei  extrem heissen Temperaturen kommen wir auf der Pousada Santa Clara irgendwo in the middle of nowhere (nicht ganz: S 19º27''/ W 57º4'') an.
Die Tage im Pantanal werden erholsam, das Programm ist zwar dicht, die ganze Atmosphaere schafft aber Entspannung.


Wir werden ein wenig Reiten gehen, wandern, fischen, versuchen wilde Tiere zu finden und mit dem Boot unterwegs sein.
(Das Pantanal wird auch fuer unser Antimuecken Mittel die erste Bewaehrungsprobe - eigentlich mit Erfolg, gepiekt werden wir trotzdem..., vor allem ohne das Zeug, wenn beim Reiten die Floehe nur so huepfen, dass man ihnen dabei zusehen kann ;-) ).


Wir haben uns fuer das Camp - nur Haengematten - entschieden. Sehr fein!
19072009398.jpg Ankunft im Camp


Unser Guide der naechsten Tage ist Levy - der biblische Name kommt daher, das die christlichen Eltern Namen aus der Bibel waehlen - oft zaehlt hier auch der Klang oder die Anfangsbuchstaben...sein richtiger Name ist viel zu lang, wenn man seine Stammessprache nicht spricht.
Mit Levy haben wir viel Glueck, er macht die Touren zu einem nicht selbstverstaendlichen Erlebnis und da er wirklich von einen Indianerstamm kommt, der viel Wert auf Leben mit der Natur legt, kennt er sich sehr gut mit ihr und Getier aus.
20072009414.jpg Levy (rechts)


Die Touren selbst sind eigentlich relativ unspektakulaer, da sich fast alles in Camp/Range Naehe abspielt.
Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen sehen wir eine Menge!
(Leider noch keine Bilder von der Digi, es sind aber sehr sehr schoene dabei haehaehae...)


In der ersten Nacht gehts raus mit dem Boot. Was sich im Fluss beim Camp so alles abspielt, erfahren wir, als wir im Boot sitzen. Dem Geraeusch nach planschen Campbewohner im Wasser. Aber zu sehen sind dann die ersten Kaimane, zumindest die Augen die im Scheinwerferlicht reflektieren...!


Am naechsten Tag geht es gleich richtig weiter. Um 04:00 Uhr auf, um die Nachtaktivitaeten zu beobachten... Spinne (gross und braun, nicht wirklich giftig und zu schnell fuer ein Foto), Fuchs, Wasserschweine, Kaimane (sehr, sehr, sehr viele!!!)
22072009459.jpg Hier einer davon aus naechster Naehe und bei Tag.


Nach dem Fruehstueck mit Sonnenaufgang am See
20072009404.jpg gehts weiter

20072009405.jpg Der Rio Paraguai, Wasserspender der Region, viele viele Voegel (Tukane, Colibris, das Symbol des Pantanal - den Tuiuiú, Kingfisher, Woody Woodpeckers...), Leguane, Otter, Antilopen, unzaehlige Capiwaras.
20072009411.jpg Auf dem Rueckweg dann zur Freude aller eine 3m (!) lange Anakonda! Die Jungs konnten es selbst kaum glauben.


Weitere Eindruecke von hier
21072009444.jpg Morgen im Camp! 
21072009448.jpg Das Innere einer Nuss
21072009452.jpg Wunderschoene Baeume! Die tollen Papagaien darauf sind leider nur schwer zu erkennen...!
Hier ein bunter 20072009422.jpg aus der Nachbarschaft
Das hier 20072009415.jpg wurde selbst geangelt und auch verspeist 20072009416.jpg ...schmeckt wie Fisch...


20072009413.jpg Der Hausstrand wo geangelt wurde und wir die Kaimane inzwischen mit den Schlapfen vertreiben... (Sie wollten an unsere Fische ran, die faulen Saecke ;-)). Im Wasser wuselt es nur so von Piranhas und Fischen. Die Kaimane sind ungefaehrlich aber mit Blut/Fleisch im Wasser stellen wir es uns erst gar nicht vor, da rein zu fallen...


Auf unsere Cocktails verzichten wir natuerlich nicht,


20072009437.jpg auch wenn wir immer mehr Bier trinken
21072009455.jpg 20072009423.jpg



Liebe Gruesse an dieser Stelle auch an Ingrid, die sich wie wir auch auf Reisen gemacht hat, allerdings fuer etwas laenger ;-) !
Alles Gute und wir sehen uns!