Sojorner Map

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Unsere Route

Donnerstag, 6. August 2009

Mit dem Schiff flussaufwaerts

Nachdem die Buchung der Bootes etwas problematisch war. Wir waren zuerst auf einem langsamen Dampfer eingecheckt - 28072009511.jpg
man beachte das Baujahr 1899! - was uns erst wirklich aufgefallen ist, als es ploetzlich hiess, wir brauchen Hamocks und Abfahrt ist erst Mittags. Gut dass wir uns vorher bzw. dann nochmals direkt am Hafen erkundigt haben, wann das schnellere Boot genau geht. Wir konnten das dann zum Glueck auch ohne Probleme umbuchen, wobei es uns eine kleine Lehre war, sich nicht zu sehr auf andere zu verlassen, speziell nicht wenn sie dein Geld haben wollen.
Am Freitag Morgen ging es dann aber mit etwas Verspaetung endlich los. Das Boot, das uns nach Tabatinga bringen wird, ist die "Homem da Nazare"

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Leider dauerte die Fahrt nur ca. 20 Min., da wir kurz nach Manaus an einem Baum festgemacht haben.
Das Kinoprogramm an Bord lief bereits und niemand war zunaechst verwundert. Vor dem Mittagessen - es gab die darauffolgenden Tage Reis, Nudeln, Salat, Bohnengemuese und Fleisch, eigentlich sehr lecker aber nach vier Tagen jeweils mittags und abends, uff... - kam dann eine Durchsage, dass es bald weitergeht. Nachdem wir uns erkundigt hatten, was denn los sei hiess es, wir warten auf ein Boot mit Papieren. Wir haben uns darunter zunaechst eine Art Ladung vorgestellt.
Nach weiteren drei Stunden am Baum mitten im Amazonas haengend hatte sich nichts getan, allerdings wurde es an Bord unruhiger. Inzwischen waren auch schon drei langsame Dampfer an uns vorbei getuckert und die Frage kam auf, ob es nicht besser gewesen waere wenn...
Gegen fuenf Uhr, in der Kueche wurde schon wieder fuer das Abendessen geschnippelt, kam dann richtig Leben auf.
31072009566.jpg Das Boot von Innen.

Die Flusspolizei (drei Mann mit MG und allem Drum und Dran - der Schiffsjunge wurde von einer 25 Jahre aelteren Dame durchs Fenster gleich richtig angebaggert, bis hin zum Austausch der Telefonnummer - eieiei...) hat wohl Wind von unserem Flusspicknick bekommen und stattet uns einen Besuch ab. Wir muessen zurueck nach Manaus, da wohl immer noch "Papiere" fehlen.
Hui, na das kann ja noch spannend werden.
Zum Glueck haben wir es nicht ganz so eilig wie offensichtlich manch anderer an Bord, es wird lauter.
Dann eine ploetzliche Wendung. Das Beiboot, das Juergen schon vermisst hatte, tauchte ploetzlich wieder am Heck auf.

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Dort war auch eine Gruppe - ein Mann und zwei Maedels - inzwischen bei 21 Bierdosen angelangt und entsprechend lustig wars. Das Beiboot hatte den notwendigen Umschlag mit und machte sich sofort hinter dem Polizeiboot her, so dass wir ohne Fahrt zu machen und jetzt ohne Baum langsam den Amazonas runtertrieben.
Dann ging alles ganz schnell : das Abendessen wurde angerichtet, das Beiboot kam zurueck und mit 10 Stunden Verspaetung begann die Bootsfahrt auf dem Amazonas flussaufwaerts.

Dafuer, dass wir in normalen Klappsitzen schliefen, konnten wir beide recht gut schlafen. Wir haben inzwischen Uebung! Aber nach vier Tagen tut der Hintern trotzdem weh ;-).

Wir haben uns von der Fahrt selbst nicht viel versprochen und es gibt auch in der Tat nicht allzuviel zu sehen, aber was man sieht ist einfach sehr sehr beeindruckend.
Vier Tage mit ca. 25 Knoten flussaufwaerts durch einen Strom, der groesser nicht sein koennte. Man sieht nur braunes Wasser und an beiden Ufern Wald. Vier Tage lang Baeume, Urwaldriesen, Palmen, Dschungel, ab und zu Flussdelfine.
Der Strom ist dabei manchmal so breit, dass man das Ufer gegenueber kaum mehr ausmachen kann, das Wasser wird nicht weniger.

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Abwechslung verschaffen dabei Sonnenaufgaenge und Sonnenuntergaenge.

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Wir sitzen viel am Heck und geniessen mit das Beeindruckendste, was wir bisher auf unserer Reise gesehen haben.

Die Filmauswahl ist verbesserungsfaehig. Abends laeuft Musik und eine Bibelstunde mit einem singenden Pfarrer - alle sind textsicher und koennen mitsingen. Ansonsten sind weitere Filme schlecht kopiert oder der illegale Internetdownload ist viel zu frueh abgebrochen. Viele Filme enden irgendwo in der Mitte, richtig stoeren tut es dann aber auch keinen ;-).
Was auch noch auffaellt ist, dass sehr fleissig Zaehne geputzt wird, puenktlich nach jedem Essen (natuerlich mit Flusswasser - wir schliessen uns an... auch beim Duschen).

Ueberall am Fluss gibt es kleine Siedlungen, ueberall wird gefischt und ueberall treibt auch Plastik durchs Wasser (meistens sind es Fischernetze), ab und an auch kleinere Boote, aber erstaunlich wenig Verkehr (die Flussdampfer holen wir alle in der ersten Nacht wieder ein). Das Trinkgelage an der Bar hinten dauerte auch nur einen Tag, alles Pulver war verschossen. Um es wieder reinzuholen, wird ganztags Rommee gespielt, um gar nicht so wenig Geld ;-).

Wir kommen nachts in Tabatinga an und ueber einen kleinen sehr wackeligen Steg
04082009619.jpg (etwas unbeeindruckender bei Licht am naechsten Tag)
geht es mit zwei weiteren Mitreisenden ins Zentrum unserer letzten Station in Brasilien - einer der drei Staaten im grenzfreien Dreilaendereck Brasilien-Kolumbien-Peru.

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Kommentare:

  1. Hallo Ihr Zwei, ihr seid ja schon wieder schneller mit dem Schreiben als unsereins mit Lesen. Und hat man dann endlich (mit kräftiger Mithilfe von Google Maps) seine geographischen Wissenslücken geschlossen, kommt schon wieder die nächste Herausforderung. Erinnert mich ein bischen an das alte Kinderspiel. Kaum denkt man, man weiß wo Mr. X ist, sind er (und Ms X) schon wieder ein Spielfeld weiter. Auf jeden Fall danke für die tollen Berichte. Laßt's Euch gutgehen.

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  2. Hey Ihr zwei - jetzt schaffe ich es auch endlich mal, nicht nur passiv zu lesen, sondern mich auch mal zu registrieren...wollte eigentlich nur loswerden: ICH BIN NEIDISCH :)
    Schreibt bloß weiter regelmäßig!

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  3. Hallo Manuel,
    wir freuen uns, weiter so ;-)
    Hoffe bei Euch alles fein, Wohnung, Job, Auto!?
    LG,
    Juergen

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  4. Hallo AMK,
    bis jetzt sind wir noch gut im Plan, also hoffentlich nicht zu misterioes unterwegs!?

    Aber um im Stile von Mister X zu bleiben.
    - Fahren 2x Bus
    - Fahren 1x Boot
    - Fahren 1x Bus
    Zeigen uns dann in zwei Tagen wieder ;-)

    LG,
    Mr. & Mrs. X

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  5. Los, Manuel, lass uns hinterher fahren. Ach nee, ich muss ja arbeiten und ganz viel Geld verdienen.
    Mrs X, lass skypen in München. lass jetzt Tag und Nacht die Kiste an. Will alles wissen. und noch viel mehr. ;-)
    Übrigens, schöne Sonnenuntergänge gibt es auch an der Ostsee. ;-)
    ja ja, ist nur der Neid. schnief. muss erst mal den wein trinken, um alles zu verarbeiten.
    Hicks aus München

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